Dieser Hass – Eine kurze Replik auf den Blogbeitrag von Jürgen Vielmeier

In seinem Blogbeitrag erörter Herr Vielmeier das Phänomen von meist gehässigen und untergriffigen Kommentaren auf Blogbeiträge und beschwert sich auch über diese.

Obwohl ich Herrn Vielmeier über weite Strecken recht geben muss und ich bei manchen Passagen sogar innerlich laut applaudiere (z.B.: „Viele Menschen, die man aufs Web loslässt, haben nie gelernt, sachlich zu diskutieren“), so übersieht er dabei meiner Meinung nach doch zwei fundamentale Punkte:

  • Idioten gibt es nicht erst seit dem Internet

Menschen, die ignorant sind, keine andere Meinung zulassen, Argumente nicht durchdenken und überhaupt nie gelernt haben logischen Argumentationsreihen zu folgen oder sich auf eine sachliche Ebene zu begeben, hat und wird es immer geben. Nach manchem Besuch im Beisl am Eck oder beim Feuerwehrfest meines Heimatdorfes, würde ich auch vehement widersprechen, wenn jemand behaupten würde, dass deren Dichte im Web höher ist als in der Normalbevölkerung. Daraus ergibt sich natürlich wieder eine weitere Frage: Können wir diesen Menschen, die es von ihrem ebenfalls unterbelichtetem Elternhaus, den gelangweiligten Lehrern und der desinteressierten Bildungspolitik nie anders gelernt haben, oder müssen wir uns hier nicht als Gesamtgesellschaft an der Nase nehmen und unsere Versäumnisse beklagen?

  • Es gibt keine gottgegebene Exklusivität auf Meinungsveröffentlichungen für Journalisten

Heute haben wir die Werkzeuge, dass jeder von uns Autor, Verleger und Publizist sein kann. Finden wir ein Publikum ist das schön, wenn nicht, na dann wird eben niemand meinen Blog, meine Facebook-Seite oder ähnliches besuchen. Selber einen Blog zu schreiben und dann einen Artikel zu verfassen, in dem man schreibt „Habt eine andere Meinung als ich, aber behaltet sie für euch“ ist mehr als befremdlich. Im Web 2.0 leben wir die demokratische Variante des Publizierens: Einzig die Leser entscheiden was und wie oft es gelesen wird.

Ceterum censeo, dass jemand, der einen Blog ohne Kommentarfunktion einrichtet, die neue Zeit nicht ganz verstanden hat.

Es würde mich sehr freuen, wenn Herr Vielmeier diesen Beitrag kommentiert. Hier geht das.

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Über Volker

From 2007 till the End of 2013, I was working as a PR-Consultant in Vienna. During my career in several different PR-Agencies, I´ve gained deep insights while working with major international brands like Mattel, Nespresso or UNIQA and important industrial groups like OMV. Since 2013 I am the Spokesperson for Private Banking at Bank Austria. I understand PR to be a translator between geek-speek and the common language. My other focus lies on the big change the internet and especially the social networks causes to PR and Marketing. These changes have effects both in the external as well as in the internal communications work
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