Warum PR-Abteilungen den Social Media Auftritt von Unternehmen leiten sollten

Eigentlich, wenn man sich genau ansieht worum es bei sozialen Netzwerken geht, sollte sich die oben gestellte Fragen bereits erübrigt haben. Aber aus gegebenen Anlass, weil ich in sämtlichen Fachmedien tolle Tipps von Werbe- und Direktmarketing-Agenturen zu Social Media bekomme, liste ich meine Gründe gern detailliert auf:

Das Hauptelement bei sozialen Netzwerken ist der Dialog. Mit Menschen in ihrer eigenen Sprache und nicht in konzerneigenem Fachchinesisch zu sprechen ist eine Fähigkeit die auf professioneller Ebene nur PR-Fachleute besitzen. Auch wenn sich eine ganze Berufssparte „Dialogmarketing“ nennt, ist doch sehr offensichtlich, dass ein personalisierter Serienbrief mit kleinem Antwort-Eck nichts mit einem echten Dialog zu tun hat. Einwegkommunikation, wie Werbeagenturen sie in Perfektion beherrschen, hat im Web2.0 keine Zukunft.

Engagement auf sozialen Netzwerken erfordert langfristige Strategien und Kommunikationsziele. Beides gehört zur täglichen Arbeit von PR-Abteilungen. Big-Bang-Auftritte und Einmal-Aktivierungsaktionen wie Gewinnspiele oder Download-Geschenke verblassen im sozialen Netz recht schnell. Übrig bleiben zwar schön große „Like“-Zahlen, aber wem nützen hunderttausende inaktive User? Dem Kunden zuhören, seine Bedürfnisse erfahren, ihn einbinden und seine Fragen offen zu beantworten ist nicht Hochglanz und cool, aber der Weg zum dauerhaften Erfolg bei Social Media.https://i0.wp.com/www.gilde-der-marktschreier.de/BILDER/wurstachim.jpg

Kommunikationsexperten haben schon lange vor der Online-Revolution verstanden, dass Marketing-Aktionen nur auf eine tiefe Einsicht, ein wirkliches Verstehen der Zielgruppe folgen kann und nicht umgekehrt. Marketing, Verkauf und Werbung müssen das erst unter Schmerzen lernen.

Eine goldene Regel im Web2.0 heißt: „Don´t dominate the floor. Do not push content, but leave it in places to be discovered.“ Für Kommunikationsexperten, die es gewohnt sind ihre Botschaften subtil an die Medien und unter das Volk zu bringen, ist das nichts Neues. Für Verkaufs- oder Werbeprofis, die das Handwerk des Marktschreiers von der Pieke auf gelernt haben, sind das Horrorszenarien.

Wenn Sie sich und Ihr Unternehmen in naher Zukunft auf einmal im Zentrum eines sozialen „Shitstorms“ wiederfinden, denken Sie daran, dass Ihre Kunden jemanden wollen, der ihnen zuhört und mit ihnen spricht, anstatt eines tollen Gewinnspiel-Apps. Stürme der Entrüstung sind kein Phänomen von Social Media. Schlecht über Ihr Unternehmen wurde schon immer gesprochen. Neu ist nur, dass Sie es jetzt auch lesen können. Das ist eben Zweiwegkommunikation.

Das Schlusswort möchte ich hier einer auf diesem Feld sehr viel berufeneren Kollegin überlassen. Elizabeth Sosnow, Managing Partner von Bliss PR in New York: „PR sollte ein Social Media Engagement managen, weil wir verstanden haben, dass es nicht um uns geht, sondern darum Menschen und Organisationen zu vernetzen. Außerdem ist Content King und wir tun den lieben langen Tag nichts anderes als Inhalte zu schaffen.“

Volker Moser, Wien, 15.06.2012

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Über Volker

From 2007 till the End of 2013, I was working as a PR-Consultant in Vienna. During my career in several different PR-Agencies, I´ve gained deep insights while working with major international brands like Mattel, Nespresso or UNIQA and important industrial groups like OMV. Since 2013 I am the Spokesperson for Private Banking at Bank Austria. I understand PR to be a translator between geek-speek and the common language. My other focus lies on the big change the internet and especially the social networks causes to PR and Marketing. These changes have effects both in the external as well as in the internal communications work
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