Gratis Emailprogramme mit Zwang – Ein Fall für die Wettbewerbshüter?

Schon einmal versucht einen Youtube-Channel zum hochladen von Videos anzulegen? Was, kein Gmail-Account? Das tut mir aber leid, dann geht das leider nicht.

Das finden Sie nicht so schlimm? Ist ja kostenlos. Leg ich mir eben so eine Gratis-Email an. Was solls? Warum die Aufregung?

Facebook hat bekannt gegeben, dass in Zukunft für jeden Nutzer eine Gratis-Email (nutzername@facebook.com) verpflichtend wird.

Finden Sie gut? Immerhin kann man so den Missbrauch mit Fake-Accounts eindämmen.

Warum nur regt das den Verfasser dieses Blogs so auf? Selbst dieser Querulant hier muss nichts zahlen. Was hat er nur?

Stellen Sie sich vor, sie sind Eigentümer, Erfinder oder Anteilseigner von Emaildiensten wie Yahoo, GMX oder Hotmail. Wie würden Ihnen die Ideen der zwei Riesen dann gefallen? Kommen da nicht Erinnerungen an Netscape und Microsoft auf?

Damals hat der Software-Gigant seinen Internetbrowser „Explorer“ gratis in sein betriebssystem Windows integriert. Es dauerte nicht lange und der bis dahin marktführende Anbieter Netscape mit seinem Produkt „Navigator“ wurde vom Markt gefegt. Gut Netscape hat sich danach in Mozilla umbenannt, sein Produkt zum OpenSource-Browser „Firefox“ weiterentwickelt und lehrt Microsoft damit gerade wieder das Fürchten.
Aber damals wurde Microsoft wegen „Ausnützens der marktbeherrschenden Position“ vor Gericht gezerrt. Die Wettbewerbshüter in den USA und Europa belegten Microsoft mit hohen Strafen.

Und heute? Wo bleiben die Kartellbehörden? Googel und Facebook verdrängen durch die verpflichtende Vorschreibung von ihren Email-Diensten alle Gegner vom Martk. Wenn ich, um Youtube-Videos hochladen, ein Google+ oder Facebook-Konto haben zu können, sowieso schon diese zwei Emailadressen haben muss, wofür soll ich dann noch ein Konto bei Yahoo, GMX oder Hotmail haben?

Ich erkenne zwischen den Strategien von Google, Facebook und Microsoft damals keinen Unterschied. Nur diesmal schreit niemand auf. Kein Wettbewerbshüter verzieht eine Miene. Es ist als ob man sich damit abgefunden hätte, dass Facebook und Google sich das Internet untereinander aufteilen.

Was meint Ihr dazu?

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Über Volker

From 2007 till the End of 2013, I was working as a PR-Consultant in Vienna. During my career in several different PR-Agencies, I´ve gained deep insights while working with major international brands like Mattel, Nespresso or UNIQA and important industrial groups like OMV. Since 2013 I am the Spokesperson for Private Banking at Bank Austria. I understand PR to be a translator between geek-speek and the common language. My other focus lies on the big change the internet and especially the social networks causes to PR and Marketing. These changes have effects both in the external as well as in the internal communications work
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