KommAustria und Vöz für ORF-Facebook-Verbot – Old men lay down!

Dieser Tage kann man sich ob einer wirklich abartigen Diskussion in Österreich leicht wie in Absurdistan vorkommen.

Da wird einerseits vom öffentlich-rechtlichen Staatsfunk Transparenz, Publikumsnähe und Kostenwahrheit verlangt und andererseits verbietet ein verstaubtes Gesetz und eine auf einmal aufgehetzte Behörde genau das.

Geht es nach dem Willen der Medienbehörde KommAustria und dem Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ), dann muss der ORF  so bald als möglich alle seine Social Media Seiten schließen.

Die Behörde zieht sich in ihrer Begründung natürlich kindsweglegend wie immer auf den Paragrafen 4f des ORF-Gesetze(ORF-G-1), der dem Staatsfunk die „Bereitstellung von sozialen Netzwerken sowie Verlinkung zu und sonstige Kooperationen mit diesen“ verbietet, zurück. Wie es noch im Jahr 2007 (letzte massive Änderung des Gesetzes) passieren konnte, dass ein solcher Steinzeitparagraf es ins Gesetz geschafft hat, bleibt mir als Normalbürger unverständlich.

Sehr viel deutlicher, was die Absichten hinter dieser Kampagne betreffen, wird da schon der VÖZ:
VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger begründet sein lautes Beklatschen des Richtspruches mit folgendem, absurden Argument: „Die mitgliederstarken ORF-Facebook-Seiten verlagern heimischen User-Traffic in Ausland, Österreichs Online-Branche muss deshalb auf potentielle Werbeerlöse verzichten.“

Da drängen sich mir doch ein paar Fragen auf:

  • Gibts auf einmal einen heimischen Facebook-Konkurrenten von dem nicht nur ich, sondern auch sonst kein Internetuser etwas wissen?
  • Denken Herr Grünberger und die versammelten Herren der Medienbranche, die den VÖZ beschäftigen, wirklich, dass wenn der ORF seine Facebook-Seiten abdreht, alle User dort brav auf eine österreichische Heustadl-Seite wechseln?
  • Glaubt der VÖZ den dramatischen Leserrückgang seiner Mitglieder nun den bösen „Ausländer-Seiten“ á la Facebook, Twitter und Co umhängen zu können, anstatt fieberhaft nach neuen Geschäfts- und Kommunikationsmodellen zu suchen?

Die Zeiten in denen wir Leben ändern sich rasend schnell und immer schneller. Wer da nicht mithalten kann, wird gnadenlos ausgespuckt. Das ist zwar nicht schön oder sozial, aber eben die Realität.

Dass hier nun (geistig) alte Männer (und Frauen) die Zukunft des ORF auf fahrlässige Art und Weise gefährden, weil sie denken, sie hätten nach wie vor die Macht sich gegen den Strom der Zeit zu stemmen, stimmt mich traurig. Da fällt mir nur noch ein Liedtext von der Roger-Twaylor-Band „The Cross“ ein:

Lay down old men, you´ve had your fun
Lay down old men, you´re time is run

Video

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Über Volker

From 2007 till the End of 2013, I was working as a PR-Consultant in Vienna. During my career in several different PR-Agencies, I´ve gained deep insights while working with major international brands like Mattel, Nespresso or UNIQA and important industrial groups like OMV. Since 2013 I am the Spokesperson for Private Banking at Bank Austria. I understand PR to be a translator between geek-speek and the common language. My other focus lies on the big change the internet and especially the social networks causes to PR and Marketing. These changes have effects both in the external as well as in the internal communications work
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