Facebook im Unternehmen – Was die interne Kommunikation von Social Media lernen kann

Derzeit versuchen Unternehmen eher Mitarbeitern den Zugang zu Facebook vom Arbeitsplatz aus möglichst schwer zu gestalten. So verbieten immer noch 26% der Unternehmen im deutschsprachigen Raum die Nutzung von sozialen Netzwerken und doch gelingt es den meisten Mitarbeitern immer wieder Schlupflöcher zu finden, um ihrer Leidenschaft zu frönen. Etwa jeder zweite Arbeitnehmer ­logged sich von seinem Arbeitsplatz aus regelmäßig bei Facebook ein.
Gleichzeitig mussten selbst Unternehmen mit personell sowie finanziell gut ausgestatteten internen Kommunikations- und IT-Abteilungen zu so drastischen Mitteln greifen, dass sie die Speisekarte der Kantine nur mehr über das Intranet einsehbar machten, damit überhaupt ein Mitarbeiter in dieses interne Netzwerk einstieg.
Hand aus Herz: Wissen Sie wirklich, wie viele die Mitarbeiterzeitung wirklich lesen? Ich meine lesen, nicht erhalten.
Vor allem große, multinationale Unternehmen haben die Notwendigkeit ihre oft Tausenden Mitarbeiter, die über die ganze Welt verstreut sind, miteinander zu vernetzen, zu informieren und so zu einem Team zusammenzuschweißen. Dazu benötigen Sie Werkzeuge wie Nachrichtenversand, Pinnwände, Veranstaltungseinladungen, Terminkoordinationen, ­Instant Messanger etc. Global verstreute Arbeitsgruppen haben zudem das Bedürfnis von verschiedenen Punkten aus gemeinsam und simultan auf bestimmte Dokumente und/oder Präsentationen zugreifen und diese bearbeiten zu können.
Zur großen Überraschung vieler ­IK-Teams gibt es bereits Tools, die all diese Möglichkeiten bieten und sie zudem in einer optimalen und nutzerfreundlichen Weise integrieren. Gemeinhin nennt man diese „Programme“ einfach „­Social Media Plattformen“.
Wenn also in Zukunft Ihre IK-Abteilung Ihnen wieder die Freigabe zur Programmierung eines neuen Kommunikationstools abringen will, dass dann sogar die „Bottom-up-Kommunikation“ vom einfachen Mitarbeiter direkt zum Vorstand ermöglichen würde, sehen sie diesen Kommunikationsprofis ganz scharf in die Augen und fragen Sie sie, ob sie schon einmal etwas von Benchmarking gehört haben.
Als „Benchmarking“ bezeichnet man den Vorgang, seine eigenen Business-Vorgänge mit den weltweit besten zu vergleichen. Setzt man dies für ­IK-Tools an, dann sollten wir doch einmal nachsehen, wie sich Menschen ganz natürlich, also privat vernetzen. Wie falsch kann eine Plattform (Facebook) liegen, die weltweit mehr als 800 Millionen aktive Mitglieder hat? Wenn 75% der Bevölkerung sich bereits freiwillig über ­Social-Media-Plattformen vernetzen, warum versucht man diese Prinzipien nicht auch einmal im Unternehmen?
Zudem bieten die sozialen Netzwerke bereits alle Möglichkeiten und Business-Anwendungen, die das Unternehmer-Herz begehrt. Google+ etwa ­bietet gratis ­Video-Konferenzen mit bis zu 10 Teilnehmern, Terminkoordinationen, das gemeinsame Bearbeiten von jeder Art von Office-Dokumenten, Nachrichtenversand, ­Instant Messaging, den Austausch von Fotos und Videos und vieles, vieles mehr.

Kann Ihr Intranet das alles?
„Sollen wir wirklich Facebook anstatt unseres Intranets verwenden?“ Werden sich nun viele fragen.
Meine Antwort ist: ja und nein.
Für kleine Unternehmen bieten die neuen Sicherheitseinstellungen bei Facebook (Freundeslisten) und bei Google+ (­Circles) die Möglichkeit so kostenlos eine Art „Intranet“ zu etablieren, das alle technischen Möglichkeiten bietet.
Große Unternehmen aber sollten einfach von den immens erfolgreichen sozialen Netzwerken lernen, ihre Intranets entstauben und grafisch und technisch Facebook und Google+ angleichen.

„Völlig utopisch“ finden Sie das?
Nun, das erfolgreiche internationale Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte, etwa vernetzt seine weltweite Mitarbeiterschar mit D Street, einer Netzwerkplattform die Facebook sehr gleicht.

Computerriese IBM taufte sein System Beehive und die Elektrohandelskette Best Buy nannte seine Plattform BlueShirt Nation.
Doch um solche Projekte erfolgreich installieren zu können,  müssen ­IK-Abteilungen lernen, dass Informationen nicht immer kontrolliert werden können. Inhalte entstehen einfach. Wer weiß schon besser, was Ihre Mitarbeiter interessiert, als Ihre Mitarbeiter selber? Und Informationen können Sie nur durch Medien verbreiten, die so interessant sind, dass sie auch gelesen werden.

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Über Volker

From 2007 till the End of 2013, I was working as a PR-Consultant in Vienna. During my career in several different PR-Agencies, I´ve gained deep insights while working with major international brands like Mattel, Nespresso or UNIQA and important industrial groups like OMV. Since 2013 I am the Spokesperson for Private Banking at Bank Austria. I understand PR to be a translator between geek-speek and the common language. My other focus lies on the big change the internet and especially the social networks causes to PR and Marketing. These changes have effects both in the external as well as in the internal communications work
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2 Antworten zu Facebook im Unternehmen – Was die interne Kommunikation von Social Media lernen kann

  1. Kurt schreibt:

    Auf meinem Iphone sieht dein Blog irgendwie seltsam aus.

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