Airbnb – Bei facebook-Freunden auf Urlaub

Online-Plattformen, auf denen man Privatwohnungen oder -Zimmer für Urlaube mieten kann sind nichts Neues.

Doch Couchsurfing und ähnliche Modelle waren stets von Idealismus („helping to create a better world, one couch at a time“) und Unentgeltlichkeit getragen und erreichten daher immer nur eine kleine polyglotte Minderheit an Weltenbummlern, die das Abenteuer einer Reise stets über Komfort und/oder Annehmlichkeit stellten.

Doch „Airbnb„, 2008 von Chesky und Gebbia gegründet, ist eine „disruptive Innovation für die Hotelindustrie“ (Fred Wilson, On Disruption: You can´t stop what people ultimately want to have happen, 2011).

Airbnb ist die erwachsene Version der Couchsurfing-Idee. Vermieter können Zimmer, Wohnungen, Häuser, Schlösser etc. zur Vermietung von Tageweise bis Monatsweise einstellen. Airbnb versichert ihre Liegenschaft mit USD 50.000 und verwaltet die Miete des Mieters bis einen Tag nach dessen Abreise. Somit ist einerseits gesichert, dass Vandalismus von Mietnomaden auf der einen Seite und extrem geschönte Angaben über die Liegenschaft auf der anderen Seite kein Problem darstellen.
Derzeit sind über 100.000 Liegenschaften in 16.000 Städten und 186 Ländern auf Airbnb gelistet.

Die Funktion Vermieter und Mieter mittels Online-Bewertung zu raten, wurde bei Airbnb um eine interessante Ebene erweitert:
Die Seite verlinkt sich mit facebook! So kann man nachsehen, was seine facebook-Freunde über bestimmte Vermieter, Mieter oder Liegenschaften denken.

Denn „die facebook-Generation kommt wegen des persönlichen Kontakts lieber privat unter statt im Hotel.“ (Manager Magazin 10/2011)

Und wer träumt nicht davon einmal eine Strandvilla in Miami oder eine Villa in den Bergen des Chianti für sich zu haben?

Dass diese Geschäftsidee funktionieren wird, zeigt nicht nur die Tatsache, dass berühmte Investoren wie Marc Andreessen (Mozilla-Gründer), Bono (U2-Frontamn), Ashton Kutcher (US-Schauspieler) oder Sequoia Capital (Venture Capital Firma, die bereits Google und Yahoo finanzierte) Schlange stehen um ihr Geld loswerden zu dürfen, sondern auch, dass der Staat New York ein eigenes Gesetz erlassen hat, dass es Airbnb verbietet bestimmte Privatwohnungen in New York unter 30 Tagen zu vermieten um die lokale Hotelerie zu retten.

Natürlich sind derartige Entwicklungen immer mit der Landeskultur verknüpft und so ist es in anglo-sächsischen Ländern seit jeher Usus, sein Eigenheim Freunden oder Verwandten bei eigener Abwesenheit anzubieten und dasselbe vollständig möbliert zu veräußern.
Da der Mitteleuropäer Eindringlingen in seine „Privatsphäre“ eher extrem kritisch gegenüber steht, wird die Verbreitungsgeschwindigkeit von Airbnb bei uns leicht gebremst sein.

Auch bei diesem Geschäftsmodell kommt wieder die Tatsache zu tragen, dass Menschen den Empfehlungen von „Bekannten“ und/oder „Freunden“ (Peers) um ein vielfaches mehr Vertrauen entgegenbringen als anonymen Bewertungen.

Airbnb ist ein Geschäftsmodell, das perfekt in die neue Zeit des Web2.0 passt und ich wage zu behaupten, dass es für Hotelbetriebe höchste Zeit ist, diese Modelle anzunehmen, oder sie sind die nächste Industrie, die zum alten Eisen gehört.

 

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Über Volker

From 2007 till the End of 2013, I was working as a PR-Consultant in Vienna. During my career in several different PR-Agencies, I´ve gained deep insights while working with major international brands like Mattel, Nespresso or UNIQA and important industrial groups like OMV. Since 2013 I am the Spokesperson for Private Banking at Bank Austria. I understand PR to be a translator between geek-speek and the common language. My other focus lies on the big change the internet and especially the social networks causes to PR and Marketing. These changes have effects both in the external as well as in the internal communications work
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