What happens in Vegas stays in… facebook

„Ich kann kein facebook-Profil erstellen, denn dann sehen meine Arbeitskollegen/Schüler/Eltern/etc. meine privaten Urlaubsbilder/Fotos von Festen/etc.“

Vielerorts hört man derzeit diese Bedenken, dass ein Ausftritt in einem Social-Media-Network Privates der Allgemeinheit oder dem erweiterten Freundes-/Bekannten- oder Kollegenkreis zugänglich wird.

Doch warum posten wir dann überhaupt Fotos von unseren Saufgelagen unseren Urlauben, Haustieren, Kindern usw.?

Anscheinend wollen wir ja doch, dass mancher unserer „Freunde“ diese Fotos betrachten kann.

Die Antwort liegt in der simplen Tatsache, dass es einerseits mehrere Kategorien von Freunden gibt und andererseits verschiedene Persönlichkeiten von uns selbst.

„Well we all have a face that we hide away forever“, sang schon Billy Joel. Und Erik Qualman führte in seinem Buch Socialnomics aus, dass es für uns Menschen ganz normal ist, eine Persönlichkeit zu haben, die wir im Berufsleben benutzen, eine Persönlichkeit für das Zuhause zu haben und wiederum eine andere Persönlichkeit anzulegen, wenn wir mit unseren Kumpels/Freundinnen um die Häuser ziehen.
Jede dieser Persönlichkeiten zeigen wir einer ganz bestimmten Gruppe von Bekannten.
So können wir im Berufsleben selbstsicher und tough wirken und zugleich zu Hause zuvorkommend, verspielt und liebevoll sein.
Oder wer kennt nicht den Freund, der im Beisein der Freundin/Frau eine gepflegte Ausdrucksweise und Sinn für Kunst und Kultur an den Tag legt und Minuten später, wenn er mit seinen Kumpels alleine ist dem derben Witz und dem Chauvinismus fröhnt?

Das ist nicht krankhaft oder abartig sondern völlig normal. Peinlich wird es erst, wenn Personen aus einem Bekanntenkreis, eine unserer Persönlichkeiten, die für einen völlig anderen Bekanntenkreis vorgesehen ist, zu Gesicht bekommt.
Wenn beispielsweise ein alter Schulfreund beim Firmenessen auftaucht und von den alkoholgeschwängerten Ausschweifungen von uns erzählt.

Das Problem, das wir mit Social-Media-Netzwerken haben ist also, dass sich unsere Bekanntenkreise dort überschneiden.

Das kann einerseits zur Ablehnung von Social Media führen, worauf aber die ständig und rapide wachsenden User-Zahlen nicht gerade schließen lassen oder andererseits dazu, wie Qualman vermutete, dass wir uns immer und überall so benehmen, dass uns nie etwas peinlich sein muss.
Variante 2 kann ich zumindest für mich mit Sicherheit ausschließen.

Die Lösung kommt aus ganz anderer, nämlich technischer Richtung:

Nachdem Google + sein Feature „Circles“ vorgestellt hat, mit dem man seine Freunde „kategorisieren“ kann, zog facebook mit seinen „Freundeslisten“ nach.

Nun kann man auf beiden Social-Media-Plattformen ganz einfach einen Kreis für Freunde allgemein, Fußballkumpel oder die Tanzgruppe anlegen, einen anderen für Verwandte und einen eigenen nur für den Chef – genau wie im richtigen Leben.
Für jeden dieser „Freundeskreise“ kann ich nun gesonderte Sicherheitseinstellungen vornehmen und so steuern, wer was von mir zu sehen, zu lesen oder zu hören bekommt.

Somit sind unsere unterschiedlichen Persönlichkeiten und „Freundeskreise“ wieder schön und klar getrennt voneinander und wir können weiterhin unseren multiplen Lebensweisen fröhnen.

Den letzte Wort überlasse ich heute Billy Joel:
„Though you drown in good intentions
You will never quench the fire
You’ll give in to your desire
When the stranger comes along.“

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Über Volker

From 2007 till the End of 2013, I was working as a PR-Consultant in Vienna. During my career in several different PR-Agencies, I´ve gained deep insights while working with major international brands like Mattel, Nespresso or UNIQA and important industrial groups like OMV. Since 2013 I am the Spokesperson for Private Banking at Bank Austria. I understand PR to be a translator between geek-speek and the common language. My other focus lies on the big change the internet and especially the social networks causes to PR and Marketing. These changes have effects both in the external as well as in the internal communications work
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