Facebook vs. Google – Dieser Wettstreit bringt uns die Zukunft des Social Web

Die Zukunft des Social Web liegt in der Kombination der Integration aller Online-Aktivitäten einer Person auf einer Plattform und der Personalisierung aller Informationen, Suchergebnisse und Verbindungen dieser Person.

Wie Erik Qualman in seinem Buch „Socialnomics“ bereits vorausgesagt hatte, wurde facebook und nicht eine andere Suchmaschiene zum größten Konkurrenten von Google.

Warum?
Google lebt davon, dass wir unsere Wunschziele (Webseiten) im Internet über seine Suchmaschine finden. Dadurch erhält Google jedesmal wichtige Informationen über unsere Interessen, Standorte und Vorlieben. Diese Informationen helfen Goolge nicht nur seinSuchergebnis ständig zu verbessern und für uns zu personalisieren, sondern werden auch benutzt um uns Werbung, die möglichst perfekt in unsere Interessensgebiete passen, zuzustellen. Je genauer die Werbebotschaften sich mit unseren Interessen decken, desto effektiver arbeitet      „AdWords„, das Google-Werbeprogramm, desto optimaler ist der Rücklauf dieser Werbungen, desto zufriedener sind Googles Werbekunden und desto größer wird der Profit den Google aus diesem geschäft schlagen kann.
Aus diesem Grund versuchte Google bereits recht früh uns durch sanften Druck dazu zu bewegen, Google als Startseite für all unsere Internetausflüge zu verwenden. So ging Google eine Partnerschaft mit Mozilla ein, wodurch beim Browser Firefox Google als Startseite vorinstalliert ist. Google integrierte „Gmail“, ein kostenloses Email-Programm, auf seiner Startseite um die Abwanderung von Webmail-Kunden zur Yahoo-, Hotmail– oder GMX-Startseite zu verhindern. Und Google kreierte mit „Chrome“ einen eigenen Browser, der unsere Spuren durch das World Wide Web verfolgt und so unsere Interessen und Vorlieben speichert.
Auch der Kauf von „Youtube“ diente vor allem der Informationsbeschaffung. Durch die Auswahl von Videos, geben wir Google jedes Mal wertvolle Einsichten in unsere Welt.

Man möge mich hier bitte nicht falsch verstehen. Ich bin in keinster Weise ein Verfechter des Daten- oder Personenschutzes. Im Gegenteil, ich finde die Logik hinter Googles Suchalgorithmus einfach nur faszinierend und bin dankbar dafür, dass wenn ich die Begriffe „Paris Hilton“ eingebe, Google erkennt, dass ich mich eher für Gossip um die reiche Erbin, als für ein Zimmerangebot in Frankreichs Hauptstadt interessiere.

Doch dann kam facebook. Je mehr Zeit User im sozialen Netz von facebook verbrachten und sich dort mit ihrem persönlichen Netzwerk austauschten, desto mehr Informationen gingen Google verloren. Durch die Integration von Chat- und  Nachrichtenprogrammen, verwendeten immer weniger junge Menschen klassische Webmail-Plattformen. Je mehr Interessensgruppen und Unternehmen in facebook waren, desto interessanter wurde es auch bestimmte Themen einfach auf facebook zu suchen. Ein herber Schlag für die Google-Suchmaschine, das Herzstück des Google-Imperiums.
Facebook hatte den Vorteil Informationen nicht nur personalisieren zu können, sondern die Ergebnisse durch Empfehlungen von Freunden auch noch Reihen lassen zu können. Und wir vertrauen einer Empfehlung von Freunden weitaus mehr als jeder anderen Bewertung.

Als facebook dann letzten Oktober auch noch verlautbarte, eine Kooperation mit Microsofts Suchmaschine „bing“ eingegangen zu sein, schrillten die Alarmglocken am Google-Campus.
Auf einmal konnte „bing“ seine Suchergebnisse durch „likes“ von facebook-Freunden reihen lassen. Ein klarer Vorteil gegenüber Google.

Nachdem sich Googles eigene Social Media Plattfrom „Orkut“ als Rohrkrepierer erwiesen hatte, musste etwas Neues her. Den Google-Entwicklern war klar, dass man facebook nicht einfach kopieren konnte. Man musste es  verbessern.

Und so beschert uns Google nun „Google +“ – Eine Social Media Plattform, die unser gesamtes Online-Leben miteinader verknüpft und integriert.

Was bietet Google + also nun?

Google + bietet alle gewohnten Features von facebook und vieles mehr:

  • Profil:
    Das Google+ Profil besteht aus fünf Elementen: Beiträge, Über mich, Fotos, Videos und +1.
    Die Beiträge (Posts) entsprechen den bereits aus anderen sozialen Netzwerken bekannten Pinnwand-Posts. Bilder und Videos sind hier allerdings größer eingebunden, was bei vielen Beiträgen unnütze Klicks zur Detailansicht spart.
    Über mich (About) stellt das gewohnte Profil des Benutzers dar. Hier können verschiedene persönliche Angaben gemacht werden.
    Unter +1 (Sprich: Plus Eins) werden die Websites aufgelistet, die vom betreffenden Benutzer mit +1 versehen wurden – vergleichbar mit dem “Like”-Button bei Facebook.
  • Circles:
    Wir teilen normalerweise verschiedene Dinge unterschiedlichen Personen mit. Oft ist es aber gar nicht so einfach den “richtigen” Leuten das “richtige” online zu kommunizieren. Mit Circles (zu Deutsch “Kreise”) können Kontaktgruppen angelegt und verwaltet werden – Sie erstellen einen eigenen Personenkreis für Ihre Freunde, Kollegen oder Interessensgruppen, in dem Sie sich austauschen können.
  • Pinnwand (Stream):
    Auf der Google+ Pinnwand erscheinen alle Meldungen Ihres Netzwerks. Diese können manuell nach Cicles gefiltert werden.
  • Chat:
    In Google+ ist ein Chat integriert, der anzeigt, wer gerade online ist.
  • Sparks:
    Sparks sucht nach Videos und Artikeln, die Ihnen gefallen könnten. Somit gibt es immer Interessantes zum Anschaun, Lesen oder Teilen.

 

  • Hangouts:
    Mit Hangouts ist es möglich, sich online zu treffen. Wenn Sie Ihre Freunde wissen lassen, dass Sie im Hangout sind, können diese dort vorbeischaun. Es ist dann möglich mit diesen Personen via Videotelefonie zu kommunizieren.

Zudem hat Google die zunehmende Bedeutung der mobilen Internetnutzung via Smartphones erkannt und natürlich sofort eine mobile Version von Google + für sein eigenes System Android und für das iPhone entwickelt. Diese mobile Version verfügt über einige Zusatzfeatures:

  • Instant Uploads:
    Mit dem Google + App werden Fotos, die man mit seinem Smartphone macht, automatisch auf Google + hochgeladen. Man kann dann entscheiden ob man diese mit seinen „Circles“ teilt oder einfach nur speichert.
  • Unbegrenzter Foto und Video Speicher:
    Als „Google +“ User erhält man unlimiterten Speicherplatz für Fotos auf „Picasa“ und für Videos auf „Youtube“. Somit sind die knappen Speicherressourcen am Smartphone in Zeiten der HD-Kameras ein für alle Mal vorbei.
  • Benachrichtigungen:
    Wenn jemand ein Kommentar auf meine Posts oder 1+ schreibt, wenn ich in einem Post eines anderen erwähnt werde, wenn ich auf Fotos anderer „Getagt“ werde und dies erlauben soll oder wenn ich zu einem „Huddle“ eingeladen werde, bekomme ich eine Benachrichtigung auf mein Smartphone.
  • Huddle:
    DAS mobile Killer-Feature von Google +!
    Huddle erlaubt dir mit Personen aus Deinen „Circles“ Echtzeit-Konferenzen zu halten und das alles via Smartphone.
  • Nearby:
    Mit dieser Funktion kann man seinen eigenen Standort frei geben und Personen sehen, die ebenfalls Google + nutzen, ihren Standort frei gegeben haben und sich in der Nähe befinden.

Aber besonders toll finde ich die bereits bekannte schwarze Google-Browserleiste. In dieser sind nun alle Google-Produkte mitintegriert. Ich muss also nicht mehr auf eine andere Seite wechseln um meine Gmail-Emails abzurufen, meinen Kalender auf den neuesten Stand zu bringen, Textdokumente oder Excel-Tabellen online zu bearbeiten, Fotos (Picasa) oder Videos (Youtube) hochzuladen, anzusehen oder zu teilen oder einfach nur die gute alte Google-Suche zu benutzen. Google bietet mir alles in seinem Universum an.

Diese Integration alle Online-Aktivitäten auch für mobile Endgeräte ist sicherlich der nächste große Schritt in der Vernetzung unserer Welt. Kein Wunder also, dass facebook bereits mit der Möglichkeit den Freundeskreis in Gruppen aufzuteilen nachgezogen ist und nun seinerseits ein großes Paket an Neuerungen versprochen hat.

Für uns User kann dies nur gut sein. Ich bin ganz leidenschaftslos, wenn es darum geht ob Page/Brin oder Zuckerberg das Rennen gewinnen sollen. Hauptsache für uns User bleibt, wie bisher, alles gratis.

Vielen Dank an dieser Stelle an meine Blogger-Kollegen, die mir wichtige Informationen zu diesem recht neuen Google-Tool gegeben haben:

http://blog.inner-active.com/2011/07/5-killer-google-plus-features-in-the-native-android-and-soon-ios-app/

http://blogs.uzh.ch/elkphilfak/2011/08/16/google-plus-eine-neue-social-media-plattform/

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Über Volker

From 2007 till the End of 2013, I was working as a PR-Consultant in Vienna. During my career in several different PR-Agencies, I´ve gained deep insights while working with major international brands like Mattel, Nespresso or UNIQA and important industrial groups like OMV. Since 2013 I am the Spokesperson for Private Banking at Bank Austria. I understand PR to be a translator between geek-speek and the common language. My other focus lies on the big change the internet and especially the social networks causes to PR and Marketing. These changes have effects both in the external as well as in the internal communications work
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